Abstinenznachweise – zentrale Voraussetzung für ein positives Gutachten
Für eine erste Einordnung zu ihrem persönlichen Fall buchen Sie gerne ein kostenloses
Erstgespräch
WICHTIG ZU WISSEN:
- Abstinenznachweise sind nicht immer gleich lang.
- Viele Betroffene beginnen ohne fachliche Einschätzung
- Erst in der MPU-Vorbereitung wird diagnostiziert
- ob Abstinenz erforderlich ist
- wie viele Monate erforderlich sind
- welches Labor anerkannt ist
- ab welchem Zeitpunkt die Abstinenz zählt
Eine professionelle MPUVorbereitung klärt:
- ob Abstinenznachweise erforderlich sind
- wie lange diese dauern müssen
- welche Labore anerkannt sind
- ab welchem Zeitpunkt gezählt wird
Formen der Abstinenznachweise
Mögliche Nachweisarten sind:
- Urin-Screenings über mehrere Monate
- Haaranalysen (rückwirkender Nachweis)
- Teilnahme an anerkannten Abstinenzkontrollprogrammen.
Die Auswahl erfolgt immer individuell und sollte vor Beginn fachlich abgeklärt werden.
Abstinenz bei Alkohol
Die erforderliche Dauer eines Alkohol-Abstinenznachweises wird nicht pauschal festgelegt. Sie ergibt sich aus einer
Gesamtbetrachtung des Einzelfalls – insbesondere aus:
- dem Anlass der MPU
- den gemessenen Alkoholwerten
- der bisherigen Konsumgeschichte
Die folgende Übersicht dient als erste Orientierung und ersetzt keine individuelle fachliche Einschätzung.
0 Monate/kontrolliertes Trinken
In vielen Alkohol-Fällen ist kein Abstinenznachweis erforderlich, sofern keine Hinweise auf regelmäßigen Alkoholkonsum,
Alkoholmissbrauch oder eine problematische Vorgeschichte bestehen.
In diesen Fällen kann unter Umständen ein kontrollierter Umgang mit Alkohol ausreichend sein.
6 Monate
Kann bei erster Auffälligkeit sinnvoll sein, wenn eine zeitlich begrenzte Konsumpause zur Stabilisierung des Trinkverhaltens
erforderlich ist.
12 Monate
Häufig notwendig bei:
- höheren Alkoholwerten
- wiederholten Alkoholdelikten
- ersten Anzeichen eines riskanten oder missbräuchlichen Konsums.
15 Monate
Bei Alkoholabhängigkeit.
Bei diagnostizierter Alkoholabhängigkeit gelten strengere Anforderungen:
- 12 Monate Abstinenz bei nachgewiesener therapeutischer Behandlung der Abhängigkeit
- 15 Monate Abstinenz ohne entsprechende Therapie
Hinweis
- Diese Übersicht ersetzt keine individuelle Einzelfallprüfung.
- Die konkrete Dauer und Form der Abstinenznachweise sollten immer vor Beginn im Rahmen einer MPU-Vorbereitung fachlich geklärt werden.
- Je höher das frühere Konsumrisiko, desto länger die erforderliche Abstinenz.
Abstinenz bei Drogen
Dauer der Abstinenznachweise
- In der Praxis gelten häufig folgende Zeiträume:
- In den meisten Fällen muss Drogenfreiheit über längere Zeit nachgewiesen werden:
- 6 Monate bei leichter Gefährdung
- 12 oder 15 Monate bei stärkerem Konsum oder Abhängigkeit
- Je höher die Risikoeinstufung und der Konsum, desto länger die erforderliche Abstinenz.
- Die notwendige Dauer ergibt sich aus:
- Art der konsumierten Substanz
- Häufigkeit und Dauer des früheren Konsums
- Anlass der MPU (z.B. Fahrt, Besitz, polizeiliche Festlegung)
Die folgende Übersicht dient als erste Orientierung
6 Monate
Kann bei sehr gelegentlichem oder experimentellem Konsum ausreichen, sofern keine Hinweise auf regelmäßigen Konsum
bestehen und das Trennungsvermögen nachvollziehbar dargelegt werden kann.
12 Monate
Mit belegter Entwöhnungs- oder Suchttherapie reichen gegebenenfalls 12 Monate aus.
15 Monate
In der Regel notwendig bei:
- regelmäßigem Drogenkonsum
- höheren THC-Werten oder mehreren Auffälligkeiten
- fehlender Trennung zwischen Konsum und Fahren
- Mischkonsum
- ausgeprägter Drogenproblematik
- Hinweisen auf Abhängigkeit
- fehlender oder nicht belegbarer Therapie
- mehrfachen oder langjährigen Konsummustern
WICHTIG: Die erforderliche Dauer der Drogenabstinenz ergibt sich aus den Begutachtungsleitlinien zur
Fahreignung. Viele Betroffene beginnen Nachweise ohne fachliche Einschätzung – diese werden später
häufig nicht anerkannt.
Hinweis
- Diese Übersicht ersetzt keine individuelle Einzelfallprüfung.
- Die konkrete Dauer und Form der Abstinenznachweise sollten immer vor Beginn im Rahmen einer MPU-Vorbereitung fachlich geklärt werden.
- Je höher das frühere Konsumrisiko, desto länger die erforderliche Abstinenz.
Sonderfälle
Cannabis-MPU ohne Abstinenznachweis
- In Einzelfällen kann bei sehr gelegentlichem Konsum auf einen längeren Abstinenznachweis verzichtet werden.
- Voraussetzung ist ein klar nachvollziehbares Konzept, wie künftig zuverlässig vermieden wird, unter Drogeneinfluss am
Straßenverkehr teilzunehmen (Hypothese D4).
Medizinisches Cannabis
- Bei ärztlich verordnetem Cannabis gelten besondere Regelungen.
- Diese Fälle müssen immer individuell geprüft werden.